Ankommen in Namibia – zwischen Staunen und Weite

Seit einigen Tagen bin ich zurück aus Namibia.

Ich habe mein Fahrrad gegen ein Flugzeug getauscht, Europa verlassen und bin in Afrika gelandet.

5193 Meter Flughöhe – und es ging immer höher. Ich saß im Flugzeug, die Schuhe ausgezogen, und Maria hielt noch immer meine Hand. Tränen liefen über mein Gesicht. Eine große Dankbarkeit erfüllte mich.

Um 6:03 Uhr kam die Stewardess mit ihrem Wagen. Sie reichte mir ein Frühstückspaket und fragte freundlich, was ich trinken möchte. „Kaffee mit Milch bitte.“

Ich öffnete die kleine Schachtel und aß einen köstlichen Schokomuffin.
Meine große Reise begann. Namibia. Ein Geschenk.

Sonnenaufgang – Flug Windhoek

Am Flughafen wartete bereits der Geländewagen, der uns durch die Weite Namibias bringen sollte. Während der Fahrt zur ersten Lodge betrachtete ich noch einmal die schönen Geldscheine des Landes. Plötzlich bemerkte ich, dass mein Reisepass fehlte. Mir fiel sofort ein, dass ich ihn beim Geldwechseln am Bankschalter abgegeben hatte.

Ich durchwühlte meine Tasche, schaute auf den Sitz neben mir. Nichts. Mein Herz klopfte „hab ich meinen Reisepass verloren?“ Es war mir furchtbar unangenehm. Wie konnte ich nur so schusselig sein? Sofort machte ich mir Vorwürfe. Ich hätte besser aufpassen müssen.

Also drehten wir um und fuhren zurück zum Flughafen.

Ich konnte mir schwer vorstellen, dass er aus meiner Tasche gefallen sei. Es gab eigentlich nur eine Möglichkeit. Und dort lag er tatsächlich – bei dem freundlichen Mann am Schalter, bei dem ich das Geld getauscht hatte. Vermutlich hatte er vergessen, ihn mir zurückzugeben, denn er entschuldigte sich sofort. Erleichtert stiegen wir wieder in den Geländewagen und machten uns erneut auf den Weg Richtung Okapuka Safari Lodge.

Während der Fahrt schaute ich aus dem Fenster. Namibia empfing mich mit einer Weite, die ich so noch nie gesehen hatte. Sträucher, trockenes Gras, sandige Erde — keine sattgrünen Bäume wie zuhause. Die Straße verlief fast menschenleer durch die Landschaft, nur selten tauchte ein anderes Auto auf.

Plötzlich bewegte sich etwas im Busch neben der Straße.

„Ich habe da eben ein Tier gesehen. Schwarz, mit großen Hörnern.“

„Gerade Hörner?“, fragte Maria.

Ich nickte.

„Dann war es bestimmt ein Oryx.“ Ich saß hinten im Geländewagen und konnte kaum begreifen, dass ich tatsächlich eine Oryx-Antilope gesehen hatte – das Wahrzeichen Namibias. Surreal.

Savanne Namibia

Dann erreichten wir die erste Lodge: Okapuka. Die Okapuka Lodge liegt unweit von Windhoek, ca. 30 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Eigentlich ist die Lodge eine Oase mit viel Grün, alten Kameldornbäumen und im Hintergrund eine imposante Bergkette.

Von da an prasselten die Eindrücke nur so auf mich ein. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Oryx sah – ich befand mich plötzlich mitten in einer afrikanischen Lodge. Und kurz nach der Ankunft ging es bereits weiter zum ersten Game Drive.

Wir fuhren mit einem offenen Geländewagen durch die weite Farmlandschaft. Was dann geschah, war für mich unglaublich. Aus nächster Nähe sah ich Springböcke, Kudus, Nashörner, Strauße und Impalas.

Ist das nicht unfassbar?

Am nächsten Morgen ging es noch vor dem Frühstück in den Pool. Danach hieß es: Abfahrt Richtung Atlantik.

Blauer Himmel. Keine einzige Wolke.

Wir fuhren durch das Khomas-Hochland, etwa 1800 Meter über dem Meeresspiegel, Richtung Swakopmund. Links und rechts erhoben sich Berge. Die Landschaft war geprägt von Dornbuschsavanne – silbrig schimmernde Sträucher mit langen Stacheln.

Wir kamen vorbei an der Teufelsschlucht, vorbei an Okahandja – ein Name, den ich sofort mochte – und immer wieder sah ich große Termitenbauten. Je näher wir dem Atlantik kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Sie wurde karger. Wüstenähnlich.

Schließlich erreichten wir Swakopmund.

Diese Stadt zwischen Wüste und Meer faszinierte mich sofort.
Swakopmund grenzt an die Namib-Wüste – eine der ältesten Wüsten der Welt. Vermutlich ist sie über 50 Millionen Jahre alt. Der Name „Namib“ bedeutet in der Sprache der Nama ungefähr: „Ort, wo nichts ist.“

Durch den kalten Atlantik und die trockene Namib-Wüste entsteht hier oft ein geheimnisvoller Küstennebel, der die Stadt und die Dünen am Morgen weich und grau erscheinen lässt. Diesen Zauber durfte ich an mehreren Tagen erleben.

Namibia und besonders Swakopmund standen lange unter deutscher Kolonialherrschaft. Bis heute begegnet man dort deutschen Straßennamen, deutscher Architektur und den Spuren dieser Vergangenheit.

Swakop — wie die Stadt oft genannt wird — liegt zwischen Atlantik und Wüste. Ich war angekommen und gleichzeitig völlig überwältigt.

Von den nächsten Tagen in Swakop erzähle ich im nächsten Beitrag.

Eure Heike 💛🌊

2 Kommentare

  1. Liebe Heike, Wahnsinn wie Du das alles geschildert hast. Vieles kam mir in Erinnerung.👍wunderschöne Aufnahmen- danke – freue mich auf den nächsten Beitrag!!!

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    • Danke Dir und ich hab doch immer ein kleines Notizbuch dabei. Das hat es mir leichter gemacht.

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