Monatsrückblick März 2026 – Frühling außen und in mir

Der Winter ist endgültig vorbei. Am 20. März war kalendarischer Frühlingsanfang. Ich trug zum ersten Mal in diesem Jahr ein T-Shirt, frisches Grün sprießt überall und heute Nacht wurden die Uhren wieder umgestellt. 

Frühling.

Frühling auch in mir. 

Frauen und Alkoholabhängigkeit

Im März folgte ich einer Einladung in eine Suchtberatungsstelle zu einem Inputabend zum Thema „Frauen und Alkoholabhängigkeit“. Es war eine Mischung aus Lesung, Input von persönliche Erfahrungen, Fragen und offenem Austausch. Ein Schwerpunkt des Abends lag auf den Unterschieden zwischen Frauen und Männern im Umgang mit Alkohol. Dabei ging es unter anderem um die Mehrfachbelastung vieler Frauen – die Gleichzeitigkeit von Beruf, Familie, Care-Arbeit und oft auch der Pflege von Angehörigen. Auch biologische Unterschiede wurden thematisiert. Dieser Abend hat mich nachdenklich gemacht – und zugleich demütig.

Ich bin mittlerweile seit 15 Jahren nüchtern. Und doch begegnen mir in den Frauen, die aktuell mit Alkohol kämpfen, die gleichen Themen, die auch mich damals begleitet haben.

Das hat mich berührt.

Es lässt eine leise Frage in mir zurück: Hat sich wirklich etwas zum Positiven verändert?

Vielleicht nicht in dem Maße, wie man es sich wünschen würde. Doch die Frauen dieses Abends schauen hin. Sie machen sich auf den Weg. Dieser Abend war für mich eine Erinnerung – an meinen eigenen Weg und an die Verbundenheit mit all den Frauen, die noch mittendrin sind. Ich vergesse das manchmal. Vielleicht gerade deshalb, weil ich schon so lange nüchtern lebe.

Himmelsjournal

Seit über 30 Tagen  bin ich dabei meinen Blick einmal täglich gen Himmel zu richten und Wolken zu beobachten. Ich halte für einen kurzen Moment inne, steige aus dem Alltag aus und betrachte die Wolken. Dann fotografiere ich eine Wolke, halte sie in einem Bild fest und poste sie in meiner story auf Insta. Passsend dazu habe ich auf meiner webseite ein Himmelsjournal angelegt. 

“Du hast in dir den Himmel und die Erde” Hildegard von  Bingen.

Was mir gut getan hat

Meine innere Künstlerin nähren. Ohne Erwartungsdruck, sondern mit Experimentierfreude malen. Papier hervorholen, den Aquarellkasten aufklappen, Farben mit ein wenig Wasser besprühen, damit sie ihre Strahlkraft entfalten können und Musik für die richtige Atmosphäre einschalten. Die Wolken und das Meer malen. Mir Raum schenken. Alles andere der Aufmerksamkeit entziehen und mir erlauben, in den  Flow zu kommen. Dem nachgehen, was  aus mir heraus will und etwas entstehen lassen. Ganz schlicht. 

An einem anderen Tag, mich dem Schreiben zuwenden oder an einem anderen Tag – wie jetzt vergangenen Sonntag – aufs Fahrrad steigen, nur aus dem Bedürfnis heraus mich zu bewegen, den Frühling und die Schönheit dieser Welt einatmen. Das frische Grün der sprießenden Blätter, das Blau des Ehrenpreis, das viele Gelb der Narzissen,  wilde Veilchen.

Tagebuchgedanken

Wofür will ich meine Energie einsetzen. Bin nicht mehr 40, nicht mehr 50, sondern 60. Ich stehe an einem anderen Punkt als vor 15 Jahren und als all die anderen Frauen, mit denen ich mich so gerne vergleiche. Ich weiß sie sind nicht mein Maßstab, doch dieses “Vergleichen” kann ich nicht so leicht abstellen. Was würde mir die weise 80jährige Heike ans Herz legen?

Dazu fällt mir ein, dass ich in diesen Tagen das Hörbuch „Alt genug“ von Ildiko von Kürthy gehört habe, ich habe es regelrecht verschlungen. In einem Kapitel erzählte sie davon, dass sie nicht mehr zurückblicken möchte, sondern vielmehr nach vorne und dass sie viel mehr an ihre innere Erwachsene interessiert sei, als an ihr inneres Kind. Ihre alte weise Frau will sie sich an die Seite holen, die sie dann ermutigt, wenn sie zögert, die sie wärmt, die den Finger in die Wunde legt, die sie fordert. Mit ihr will sie suchen, die Frau, die sie einmal sein möchte.

Mich haben diese Worte nachdenklich werden lassen und wenn es eins ist, was ich aus diesem Buch mitgenommen habe, dann diese Worte.

Was würde mir die 80 jährige Heike ans Herz legen? Ich saß in meiner Küche. An meiner neuen Arbeitsplatte, direkt am Fenster.
Wie lange hatte ich davon geträumt, morgens hier meinen Kaffee zu trinken, aus dem Fenster zu schauen und den Himmel zu betrachten.
Während ich dort saß, kam genau diese Frage.

Die Angst vor dem Verlust eines lieben Menschen

Ich nahm online an einem Impulsvortrag teil „Die Angst vor dem Verlust eines lieben Menschen“ mit Amöna Landrichter https://amoena-landrichter.com/. Sie las aus ihrem Buch “Und was ist mit mir, wenn Du stirbst” vor und teilte Erfahrungen aus ihrer Arbeit in einem Hospiz. Eine Frage berührte mich  “Was gibt mir Halt in einer schwierigen Phase”. Bei dieser Frage tauchte ich ab und dachte zurück an meine  Alkoholzeiten. Damals war Alkohol mein “Freund und Helfer“ in allen Situationen und über viele Jahrzehnte hinweg. Heute ist es anders. Ich finde Halt in der Natur, beim Fahrradfahren, in meinem Atem, der kommt und geht und immer da ist. Und auch beim Schreiben meiner Gedanken in mein Tagebuch. 

Was ich in diesem Monat gefunden habe

Ich war lange auf der Suche nach dem, was mich morgens wirklich aus dem Bett bringt. Über eine lange Zeit konnte ich diese Frage für mich nicht beantworten. Jetzt aber habe ich eine Antwort gefunden. Vielleicht gilt sie nicht für immer, vielleicht nur für diesen Frühling, für dieses Jahr.

Freude ist mein Antrieb

Ich will Freude erfahren, will sie teilen und sie darf wachsen.

Vorfreude

Der Countdown läuft. Ende April hebe ich ab und nach einem 10 stündigen Flug bin ich auf einem anderen Kontinent. Unfassbar. Ich! Ich werde große und kleine Tiere in freier Wildnis sehen, nicht im Käfig. Werde Sand unter meinen Füßen spüren und tausche die Ostsee mit dem Atlantik. Herz hüpft.

Nicht zu vergessen:

  • Der Buchclub traf sich wieder
  • Fitness-Studio 2 – 3 mal die Woche
  • Eisbaden – Saisonende (ein wenig Herzschmerz) – blogbeitrag folgt:)
  • Besuch der Fahrradmesse „Cyclingworld Europe“, Düsseldorf
  • Flohmarkt „Weiberkram“, Neuss

Zum ersten Mal war mir das Schreiben dieses Monatsrückblicks eine Freude. Freude ist mein Antrieb. Und ich gehe weiter. Genau so.

Heike

In einem Tempo

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