Einen Moment aus dem Alltag aussteigen

In den letzten Wochen habe ich gemerkt, wie schnell ich mich im Alltag verliere. Und wie gut es mir tut, einfach aufzusteigen – aufs Fahrrad, in die Bewegung, nach draußen.

Ich war mal wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Einfach so, ohne Ziel. Das schöne Frühlingswetter lockte mich, rief mir förmlich zu “Komm, Heike, komm nach draußen”. Die Sonne stand am Himmel und während ich fuhr, küsste sie fortwährend mein Gesicht. Ich saß auf meinem Sattel und grinste.

Und dann war da dieser besondere Moment, wo ich auf einmal nicht mehr in die Pedale trat, sondern vom Fahrrad abstieg und stehen blieb. Am Seitenstreifen einer kleinen Landstraße. Ich blickte mich um und sah einige Krähen auf den Feldern sitzen, einige stiegen in den Himmel auf und krächzten. Mein Blick folgte den Krähen in den Himmel.

Ich stand da, mein Kopf in den Nacken gelehnt, Augen weit auf in den Himmel. 

Blau. Grau. Weiß. Viele Schichten, weich ineinander verschoben. Lautlos zogen sie ihren Weg.

Einen Moment aus dem Alltag aussteigen und der Weite Aufmerksamkeit schenken. 

Ein Moment. 

Dann stieg ich wieder aufs Fahrrad, blickte mich noch einmal um und fuhr weiter.

Vielleicht sind es genau diese kleinen Momente, die unser Leben tragen. Momente, in denen wir nichts leisten müssen. Nur schauen. Nur da sein.

Der Himmel ist immer da.

Wir müssen nur manchmal wieder nach oben schauen.

Heike

In meinem Tempo

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